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5 Schritte zu „grünen“ Geschäftsprozessen – Teil 1

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Gelebte Nachhaltigkeit. 

Greenwashing oder echter Wandel? Grüne Themen und nachhaltige Business-Ideen stehen inzwischen nicht nur bei den Big Playern weit oben auf der Agenda. Lesen Sie, warum Nachhaltigkeit in nicht allzu ferner Zukunft Unternehmensstandard sein wird – und wie Sie das Thema in 5 Schritten systematisch in Ihrer Strategie und Ihren Businessprozessen verankern. Nachhaltig.

Ob Discounter bestimmtes Fleisch aus ihrem Sortiment nehmen, Versanddienstleister mit CO2-Neutralität werben oder Consulting-Riesen mit Angeboten rund um Corporate Social Responsibility (CSR) um die Ecke biegen – in der Regel ist es kaum nachvollziehbar, ob sich ein Unternehmen nur ein grünes Mäntelchen umgeworfen hat, um einen großen Trend zu bedienen und so die Gunst einer bewussteren, teils jüngeren Zielgruppe zu gewinnen. Oder ob eben die echte Überzeugung dahintersteckt, dass sich dringend etwas ändern muss, und zwar von Grund auf. Fakt ist: Mit der Veröffentlichung ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, auch als Global Goals oder in Deutschland unter Agenda 2030 bekannt, haben die Vereinten Nationen eine Politik der messbaren Ziele vorgegeben.

 

Heute Trend, morgen allgemeiner Unternehmensstandard

Auf die UN Global Goals setzt unter anderem die EU-Verordnung 2020/852 auf. Sie liefert Kriterien, wann eine Wirtschaftstätigkeit als ökologisch nachhaltig einzustufen ist. Auf dieser Grundlage lässt sich dann ermitteln, wie ökologisch nachhaltig eine Investition ist. Das betrifft zunächst also hauptsächlich den Finanzsektor sowie fremdkapitalintensive Branchen, wird mittelfristig aber auch auf alle anderen Bereiche ausstrahlen. Zumal es mit dem EU-Öko-Audit EMAS und der ISO 14001 für Umweltmanagement längst etablierte und zertifizierbare Standards mit derselben Stoßrichtung gibt, an denen sich etwa Unternehmen im Health-Care-Bereich bereits orientieren müssen.

Nachhaltige Unternehmensführung wird in Zukunft damit nicht mehr nur ein Aushängeschild sein, sondern allgemeingültiger Standard – zumindest in Europa. Wer seine Unternehmensprozesse fit für die Zukunft machen will, wird mittelfristig nicht darum herumkommen, Nachhaltigkeit tief in ihnen zu verankern. Das gilt für alle Unternehmensgrößen und für alle Branchen.

 

In fünf Schritten zum „nachhaltigen“ Business Process Management

Fünf Schritte weisen Ihnen den Weg zu gelebter Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen, hier sind die ersten beiden:

1. Mindset prüfen – tragfähige Ausgangsbasis schaffen.
Nachhaltigkeit als spontane Einzelinitiative im Unternehmen – etwa als Marketingaktion, um den Verkauf anzukurbeln –wird nicht mehr als ein kurzes Strohfeuer sein. Abgesehen davon entlarven aufmerksame Beobachter entsprechende Einzelkampagnen schnell als Greenwashing – Hasspredigten in den Social-Media-Kanälen nicht ausgeschlossen. Um nachhaltiges Handeln im Unternehmen zu fördern und einen echten Wandel zu bewirken, muss die Geschäftsführung klar die Richtung vorgeben und Nachhaltigkeit explizit in die Unternehmensziele integrieren – Stichwort: Management Attention. Gleichzeitig muss sie Verantwortliche festlegen, die systematisch eine passgenaue Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln und umsetzen. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) für nichtberichtspflichtige Unternehmen liefert dafür übrigens eine wertvolle Einstiegshilfe in ein glaubwürdiges Nachhaltigkeitsmanagement.

2. Ziele fokussieren und klar definieren.
Verlieren Sie bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen nicht den Blick für das Wesentliche! Dekarbonisierung ist bekanntlich nur eines der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele. Daneben gilt es, Chancengleichheit sowie gesunde und faire Arbeitsbedingungen zu schaffen – firmenintern und im besten Fall auch entlang der Lieferkette. Es gilt, die Meere zu schützen, den Umgang mit den für die Produktion eingesetzten Ressourcen zu prüfen, Abfall zu vermeiden und, und, und. Alle Ziele auf einmal in der notwendigen Mehrdimensionalität zu beleuchten und mit Maßnahmen zu flankieren, überfordert zwangsläufig jede Organisation. Und dann ist ein Nachhaltigkeitsprojekt schnell ad acta gelegt. Bevor Sie also Daten erheben und Maßnahmen erarbeiten, schaffen Sie Klarheit: Auf welche Nachhaltigkeitsthemen hat Ihr Unternehmen mit seiner Geschäftstätigkeit den stärksten Einfluss? Welche sind besonders vordringlich? Und: Welche Erwartungen haben ihre Stakeholder an das Unternehmen?

Die ersten beiden Schritte sind bereits wichtig, um Ihre Geschäftsprozesse „grüner“ gestalten zu können. Im zweiten Teil dieses Blogs, erfahren Sie drei weitere Punkte für ein langfristig nachhaltig agierendes Unternehmen.

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