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BLOCKCHAIN-Grundlagen Teil II – Der Verkaufsautomat der Zukunft

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In meinem letzten Blog-Artikel habe ich die Technologie der Blockchain und einige ihrer Vorteile erklärt. Ich hatte auch versprochen, über Geschftsprozessmanagement (BPM) und sein mögliches Zusammenspiel mit der Blockchain zu sprechen, das über „intelligente Verträge“ oder sogenannte Smart Contracts zustande kommen könnte. Bevor ich aber näher auf intelligente Verträge eingehe, möchte ich über einen Alltagsgegenstand sprechen, den wir alle kennen und der keine intelligenten Verträge verwendet: die Verkaufsmaschine. Man wirft Geld hinein, wählt den gewünschten Artikel und bekommt ihn, vielleicht zusammen mit etwas Wechselgeld. Allerdings funktioniert das nicht immer so wie es sollte:

Haben Sie schon einmal erlebt, dass die Maschine Ihr Geld einfach „geschluckt“ hat? Es scheint so, als wäre Ihr Vertrag mit der Verkaufsmaschine nicht wirklich durchsetzbar. Und genau das ist ein Beispiel für einen Vertrag, der nicht intelligent ist.

Die Menschen sind bei einer Verkaufsmaschine bereit, das Risiko einzugehen, weil ihre Einsätze eher gering sind. Das System der Verkaufsmaschine funktioniert aber nicht, wenn man sich den Verlust der eigenen Investition nicht leisten kann. Niemand würde zum Beispiel eine große Geldmenge in eine Verkaufsmaschine werfen, um per Knopfdruck ein Auto oder ein Haus zu kaufen. Deshalb gibt es Autohändler, Börsenmakler, Treuhanddienste, die als Mittler für große Transaktionen agieren. Wenn Menschen etwas von hohem Wert kaufen, erwarten sie, ihr Geld einer vertrauenswürdigen, zwischengeschalteten Drittpartei zu übergeben, die dafür sorgt, dass die Transaktion funktioniert. Das erhöht die Kosten und Komplexität der Transaktion und sollte vom technischen Standpunkt her eigentlich nicht nötig sein.

Intelligente Verträge in Blockchains

An dieser Stelle kommen intelligente Verträge ins Spiel. Ein intelligenter Vertrag ist ein automatisiertes Programm, das in der Blockchain läuft. Mit einer einfachen Programmiersprache (Ethereum ist ein wichtiger Implementierer) erstellt man eine „Zustandsmaschine“. Die Zustandsmaschine stellt, vereinfacht gesagt, den Vertrag dar. Und so würde der Verkaufsmaschinen-Vorgang mit einem intelligenten Vertrag aussehen:

Wenn Sie gut aufpassen, werden Sie sehen, dass es einen kleinen Haken an der Sache gibt. Der Kunde kann die Süßigkeit nehmen und das Ereignis „Süßigkeit erhalten“ einfach nicht absenden, sodass das Geld nicht transferiert wird. In diesem Fall kann der Mensch also die Süßigkeit der Maschine „verschlucken“, statt dass die Maschine das Geld des Menschen verschluckt. Das ist einer der Nachteile von intelligenten Verträgen mit physischen Gütern. Um mit physischen Gütern arbeiten zu können, muss man eher an reale Verträge oder Besitzrechte an Autos usw. denken. Wenn man das Besitzrecht an einem Auto in einen intelligenten Vertrag kodieren könnte, sodass der Beweis für den Besitz des Autos in die Transaktion eingebettet wäre, würde die Übertragung des Besitzrechts an dem Auto automatisch zu einem Transfer des Geldes führen. Beide Parteien würden bestätigen, dass die Transaktion korrekt war und so würde die Sache abgeschlossen. Falls eine der beiden Parteien unzufrieden wäre, würde der Vertrag nicht zum Abschluss kommen.

Probleme bei der Verwendung von intelligenten Verträgen

  • Wie ich bereits erwähnt habe, funktionieren sie nicht so einfach mit physischen Gütern. Es bedeutet viel Arbeit, sicherzustellen, dass ein teures Gemälde und seine Besitzrechte wirklich übergeben wurden, es sei denn, beide Vertragsparteien befinden sich im selben Raum.
  • Alle beteiligten Parteien müssen die fragliche Blockchain benutzen. Im Fall eines Autos könnten das beispielsweise die Regierung, der Käufer, der Verkäufer, ein Kreditgeber und eine Versicherungsgesellschaft sein.
  • Üblicherweise würde ein Vertrag die Verwendung einer Kryptowährung einschließen. Derzeit gibt es jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Kryptowährungen und viele konkurrierende Optionen.
  • Man braucht ein Distributed Ledger. Wie ich in Teil eins dieser Blogserie erwähnt habe, hat die Partei, die die Blockchain besitzt, die Möglichkeit, sie zu manipulieren. Damit das System aber funktionieren kann, muss es eine Blockchain geben, die alle benutzen und der jeder vertraut.
  • Eine gute und gleichzeitig schlechte Eigenschaft von Blockchains ist, dass sie von Natur aus öffentlich ist, das heißt alle Teilnehmer an der Blockchain können die Transaktionen sehen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass intelligente Verträge in Blockchains für teure Verkaufsartikel wahrscheinlich nicht so bald realisiert werden können. Es wäre jedoch vermessen, zu behaupten, dass es niemals dazu kommen wird. Bleiben Sie informiert und schauen Sie bald wieder vorbei: für den dritten Teil der Blockchain-Grundlagen!

 

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