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Perspektivebenen – Das System (Teil 1)

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Nachdem wir Perspektivebene 4 rund um die Geschäftsregeln abgeschlossen haben und unser spezielles Bonus-Interview mit Robert Thacker zur Prozess-Analyse sowie Prozess-Automatisierung geführt haben, ist es nun an der Zeit, zur Perspektive 5 überzugehen: Die Systeme. Falls Sie die letzten Perspektiven versäumt haben, können Sie diese in meinem Blog nachlesen.

Zunächst sollten wir zum Zweck dieser Perspektive einmal definieren, was ein System genau ist. Jeder, der sich schon einmal mit dem Konzept „Systemdenken“ beschäftigt hat, wird wissen, dass unter einem System mehr als nur Technologie zu verstehen ist. Ein System im Kontext von Systemdenken besteht aus zusammenwirkenden, zusammenhängenden und voneinander abhängigen Komponenten, die ein vollständiges Ganzes bilden. Ein System setzt sich also aus vielen Komponenten zusammen, es ist nicht nur Technologie. Ein System besteht aus der Unternehmenskultur, Rahmenbedingungen, Prozessen, Ressourcen, Technologie und mehr. Für den Kontext dieser Perspektive werden wir uns jedoch auf die Technologie konzentrieren. Wir fokussieren uns darauf, was ein System aus Sicht der Technologie bedeutet, sowohl mit anderen Systemen als auch unabhängig arbeitet, wie man Systeme identifiziert, warum dieses Wissen wichtig ist, und schließlich werden wir mit der Technik des Systemkontextdiagramms als eine Methode der Systemvisualisierung abschließen.

Bevor wir loslegen, möchte ich vorher noch einen Punkt ansprechen. Möglicherweise lesen diesen Beitrag einige Business-Analysten, und ich habe eine Frage, die ich häufig von Business-Analysten gestellt bekomme: Welche Technologien muss man kennen, um ein erfolgreicher Business-Analyst zu sein? Meine Antwort auf diese Frage ist: Es kommt darauf an! Niemand kann jede einzelne Technologie/Software-Sprache erlernen, die auf dem Markt ist. Sie werden Ihren Verstand verlieren. Das ist schlichtweg kein realistisches Ziel, und Sie werden ewig versuchen mitzuhalten. Man kann jedoch einige Überlegungen aufführen, um Folgendes festzustellen:

(1) Muss man bestimmte Technologien beherrschen, um in einer bestimmten Branche erfolgreich zu sein?

(2) Welche Technologien sollte man beherrschen, um in einer bestimmten Tätigkeit erfolgreich zu sein, falls dies gefordert wird?

(3) Möchte ich als Business-Analyst in einem Umfeld arbeiten, in dem es darauf ankommt, ein technischer Business-Analyst zu sein?

Hier sind einige Überlegungen, die Sie berücksichtigen sollten:

    1. Überlegen Sie sich, ob die Tätigkeit eines Business-Analysten, die Sie für Ihre Karriere anstreben, auf die geschäftliche Seite oder die technische Seite ausgerichtet ist, oder ob Sie diesen beiden Bereichen gegenüber offen sind.
    2. Basierend auf den Stellen im Bereich der Business-Analyse, für die Sie sich interessieren, sollten Sie analysieren, ob Sie Technologien entdecken, die regelmäßig in den Stellenanforderungen erwähnt werden. Wenn ja, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass Sie bestimmte Technologien/Systemsprachen (wie z. B. SQL) beherrschen müssen.
    3. Finden Sie heraus, ob es eine bestimmte Branche gibt, auf die Sie sich konzentrieren möchten, oder ob Sie in unterschiedlichen Branchen arbeiten möchten.
    4. Falls Sie eine bestimmte Branche als Schwerpunkt ausgemacht haben, sollten Sie herausfinden, ob diese Branche bestimmte Technologien einsetzt, deren Kenntnis für Sie von Vorteil wäre, und auf welchem Niveau.
    5. Sollten Sie sich dazu entschlossen haben, dass Sie in unterschiedlichen Branchen arbeiten möchten, sollten Sie die wichtigsten eingesetzten Technologien verstehen, damit Sie eine Vorstellung davon gewinnen, welche Anforderungen an Sie gestellt werden, ohne sie in- und auswendig kennen zu müssen, außer wenn dies zwingend erforderlich ist.

Wie Sie sehen, kann man dies nicht pauschal beantworten. In der Realität kann es individuelle Unterschiede geben. Es kommt auf die Anforderungen des Unternehmens und die Erwartungen gegenüber bestimmten Positionen an. Es kann sogar davon abhängen, in welcher Region Sie leben, da verschiedene Regionen unterschiedliche Anforderungen stellen können.

Nachdem ich diese Frage adressiert habe, werden wir nun etwas tiefer in Perspektive Nr. 5 eintauchen.

Was ist ein System?

Wie bereits erwähnt, beziehe ich mich, wenn ich in dieser Perspektive auf Systeme verweise, speziell auf Technologie-Systeme oder Anwendungen, die Unternehmen für die Erbringung von Dienstleistungen für ihre Kunden einsetzen. Beispiele hierfür sind Benutzeroberflächen, Mainframes, Datenbanken, künstliche Intelligenz, Robotik und mehr. Die Komplexität besteht nun darin, zu verstehen, welches die einzelnen Systeme sind, was sie tun, wie die Systeme mit anderen Systemen zusammenarbeiten oder ob sie ein eigenständiges System darstellen. Jedes Unternehmen verfügt über ein System, das in irgendeiner Form zur Erbringung von Dienstleistungen eingesetzt wird. Manchmal ist es nicht einfach herauszufinden, welche Systeme das sind und wie sie verwendet werden, aber es ist durchaus machbar.

Wie funktioniert ein System?

Ein System hilft dabei, eine Art von Nutzen/Dienstleistung an einen Endbenutzer/Verbraucher zu liefern. Eingaben veranlassen das System, eine bestimmte Aufgabe auszuführen. In einigen Fällen kann es andere Systeme (Subsysteme) geben, die vom Hauptsystem genutzt werden, um die Aufgabe zu erledigen. Meistens existieren dazu Kontrollen, die sicherstellen, dass der Dienst wie erwartet funktioniert. Sobald die Aufgabe abgeschlossen ist, wird ein bestimmtes Ergebnis generiert, das dem Endbenutzer/Kunden einen gewissen Nutzen liefert. Das folgende Diagramm veranschaulicht, wie so etwas visuell aussehen könnte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 1

Um dies an einem Beispiel zu verdeutlichen: Die meisten Leute nutzen ein bestimmtes Bankprodukt.

Nehmen wir Ihr Girokonto als Beispiel und angenommen, Sie möchten einen Scheck, den Sie über Ihr Smartphone erhalten haben, auf Ihr Girokonto einlösen. Hier sieht man, wie das System zur Erbringung dieses Dienstes aussehen könnte, wobei die Komponenten oben im Diagramm dargestellt werden:

Eingabe(n): Smartphone und Scheck

System: Mobiles Banksystem

Sub-System(e): Kundenmanagement-System, Einzahlungssystem, Smartphone-App

  • Kundenmanagement-System – Beherbergt die Kundendaten
  • Einzahlungssystem: Verarbeitet die Transaktion zur Buchung auf dem Girokonto
  • Smartphone-App: Stellt eine Verbindung mit dem mobilen Banksystem her, um die Transaktionsanfrage auszuführen.

Kontrollen: Authentifizierung des Kunden vor dem Zugriff auf das mobile Banksystem

Ergebnis: Bestätigungsmeldung, dass der Scheck dem Bankkonto elektronisch gutgeschrieben wurde

Nutzen: Ermöglicht Kunden, Schecks mithilfe ihres Mobiltelefons einzulösen

Hierbei handelt es sich lediglich um ein Beispiel, das veranschaulicht, wie ein System funktioniert und mit anderen Systemen zusammenwirkt. Diese Informationen zu kennen, ist von großem Vorteil, da sie Ihnen helfen können, bereits vorhandene Nutzen zu verstehen, Nutzen, die vielleicht noch nicht vorhanden sind und dem Kunden einen besseren Service bieten können, und vieles mehr.

Nachdem wir nun verstanden haben, was ein System ist und wie es funktioniert, werden wir in meinem nächsten Beitrag erörtern, wie man Systeme identifiziert und warum es für das gesamte Unternehmen wichtig ist, dass wir unsere Systeme verstehen.

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